Work-Life-Balance:Stress lass nach!

mikado | 24.08.2010

 

Viele Führungskräfte klagen über Stress. Sie fühlen sich körperlich und psychisch angeschlagen. Damit meinen sie meistens das Gefühl, im Arbeitsalltag unter starkem Druck zu arbeiten und dabei an der Grenze zur Überlastung zu stehen. Die häufigsten Gründe hierfür sind:

▸▸ zu viele Aufgaben gleichzeitig erledigen zu müssen

▸▸ zu wenig Zeit für die einzelnen Aufgaben zu haben

▸▸ häufige Arbeitsunterbrechungen

▸▸ daraus resultierende Konflikte mit Kollegen oder Mitarbeitern

Stress äußert sich in dem ungewissen Gefühl, zu viel zu tun zu haben und zu wenig zu schaffen. Häufig zeigt sich Stress in körperlichen Symptomen, wie Erschöpfung, Gereiztheit, Kopfschmerzen und Magenbeschwerden.

Viele kompensieren die Phänomene durch Hast und Ungeduld, unkoordiniertes Arbeitsverhalten, erhöhten Zigarettenkonsum oder diverse Gläser Rotwein am Abend. Oft sind negative Auswirkungen auf das Privatleben vorprogrammiert und die Work-Life-Balance gerät in Schieflage.

Stress von außen und von innen

Menschen, die demselben Stress ausgesetzt sind, reagieren unterschiedlich darauf. Die jeweilige Reaktion steht im Zusammenhang mit der individuellen Persönlichkeit, der Lebensgeschichte und der Lebenserfahrung. Von großem Einfluss ist die Erziehung mit ihren Werten und moralischen Prägungen.

Stress kann auch von innen kommen. Das erklärt auch, warum derselbe Stressreiz an einem Tag eine negative Reaktion auslösen kann und am nächsten eine positive Empfindung weckt.

Kampf dem Burnout

Immer mehr Menschen fühlen sich kraftlos, überlastet, sind nervös und gestresst. Von diesen Erschöpfungszuständen zum Burnout ist es nur ein kleiner Schritt. Beim Burnout-Syndrom handelt es sich um ein ernst zu nehmendes seelisches wie körperliches Problem. Die Ursachen liegen in zu hohen beruflichen, familiären und gesellschaftlichen Erwartungen. Dagegen hilft rechtzeitiges Gegensteuern.

Rechtzeitig dagegen steuern

Der auf Stresssymptomatik spezialisierte Arzt Dr. Thomas Platzer, Mitglied der Akademie für Gesundheitsförderung und Prävention e.V. (AGeP) in München, weist darauf hin, dass chronischer, überfordernder Stress im Sinne des medizinischen Bildes zu Erschöpfung und letztlich zu Burnout führt. Dr. Platzer empfiehlt dringend, die Symptome ernst zu nehmen und aktiv dagegen zu steuern:

Fünf Schritte zur Work-Life-Balance

1. Eigene Arbeitsgewohnheiten analysieren

2. Effektive Arbeitsweisen von uneffektiven unterscheiden

3. Kommunikationsfähigkeit erhöhen

4. Entspannungshilfen nutzen

5. Gelassenheit trainieren

Zwischen Muss und Muße

Um das richtige Gleichgewicht zwischen Arbeit und Freizeit zu finden, empfiehlt es sich, mehr auf seinen Körper zu achten. Gesunde Ernährung gehört dazu und genügend Zeit zum Essen. Sport und Bewegung im rechten Maß sind weitere wichtige Pfeiler zum Ausgleich und zum Stress-Abbau. Wer es ruhiger mag, nutzt die freie Zeit zur Entspannung und praktiziert Meditation, autogenes Training oder Thai Chi. Viele Krankenkassen bieten eine Vielzahl unterschiedlicher Programme an.

Maßnahmen gegen zu viel Druck

Jeder, der stark unter Druck steht, viel Verantwortung trägt und ein entsprechend hohes Arbeitsvolumen zu bewältigen hat, sollte versuchen, eine tragfähige Work-Life-Balance zu finden. Dazu bedarf es einer intensiven Selbstreflexion, einer eingehenden Inventur des eigenen Lebens.

Fünf Gedanken zum Arbeitsleben

1. Warum tue ich, was ich tue?

2. Welche Prioritäten setze ich in meinem Leben?

3. Welche Ziele möchte ich erreichen?

4. Was ist mir besonders wichtig, was weniger?

5. Worauf möchte ich am Ende meines Lebens zurückschauen?

Überlegungen, die über den gewohnten  Tellerrand hinausgehen, zwingen Menschen dazu, Abstand zur sich drehenden Alltags-Mühle zu gewinnen. Das gewohnte Tempo wird entschleunigt.

Persönliches Lifestyle-Konzept

Wer in seiner Tretmühle gefangen ist, also in einer schwierigen Stressphase steckt, dem gelingt es meistens nicht selbst, einen realistischen Zielkatalog für die Zukunft zu erstellen. Damit der Leitfaden für eine „selbstbestimmte" Zukunft gelingt, bietet sich professionelle Unterstützung an. Empfehlenswert sind Impulse von Menschen, die von außen auf die jeweilige Situation sehen. Diese Begleitung bietet ein Business- Coach an. Eine erfolgreiche Zusammenarbeit für beide Seiten findet idealerweise außerhalb der gewohnten Umgebung statt. So ist genügend Abstand zum Alltag vorhanden und die nötige Zeit für sich selbst - eine sinnvolle Investition in eine ausgewogene und gesunde Zukunft.

Gedanken für Unternehmer

Interessant sind die Lifestyle-Konzepte der jüngeren Generation: Sie will  sich im Beruf nicht verheizen lassen, sondern neben der Arbeit ein befriedigendes Privatleben führen. Firmen, die ihre Führungskräfte dahingehend unterstützen, haben erkannt, dass die Vorteile von gesunden, ausgeglichenen und leistungsfähigen Führungskräften maßgeblich dem Unternehmen zugute kommen. Das wirkt sich positiv auf den Ertrag und das Team aus.

Uschi Beck, Ostfildern


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Frage des Monats

 

Seit drei Jahren ist für 2012 eine Verschärfung der Energieeinsparverordnung (EnEV) angekündigt, um die von der EU beschlossene Richtlinie für Energieeffizientes Bauen umzusetzen. Glauben Sie, dass sie kommt?

Ja, 2012, aber erst gegen Ende des Jahres.
Ja, 2012, aber wegen der Bundestagswahl 2013 nur mit geringen Verschärfungen.
Vor der Bundestagswahl 2013 wird da wohl nichts mehr verabschiedet.