Anzeige

„Das Handwerk steht für Beständigkeit im Wandel“

Die Politik müsse das Handwerk stärken, forderte Josef Schlosser, Präsident von Holzbau Baden-Württemberg

Dem Zimmererhandwerk in Baden-Württemberg geht es gut. Das bestätigten auch Josef Schlosser, Präsident von Holzbau Baden-Württemberg, und Hauptgeschäftsführer Thomas Schäfer beim diesjährigen Landesholzbautag und der vorangegangenen Obermeister-Herbsttagung in Backnang. Zugleich, so Josef Schlosser, tut das Handwerk auch viel Gutes. Es schafft Arbeitsplätze, qualifiziert junge Menschen und ist damit eine Stütze für die Gesellschaft: „Das Handwerk steht für Beständigkeit im Wandel.“ In Anbetracht der bevorstehenden Bundestagswahlen forderte er deshalb von der Politik, das Handwerk entsprechend zu stärken. Die Einführung der blauen Plakette würde das gesamte Handwerk und damit auch die vielen Zimmereibetriebe vor große Probleme stellen. In Baden-Württemberg wären von dieser Einfahrtsbeschränkung zahlreiche Städte betroffen, wie Konstantin zu Dohna in seinem Vortrag betonte.

Um Fachkräfte an den eigenen Betrieb und die Holzbaubranche zu binden, müssen Rainer Reichhold zufolge Unternehmen umdenken und ihre Personalpolitik anpassen

Doch auch die Zimmerer selbst sind gefragt, wenn es um die erfolgreiche Zukunft der Holzbaubranche geht, so Rainer Reichhold, Präsident des Baden-Württembergischen Handwerkstages. Die Fachkräftesuche sei auch weiterhin mühselig. Auf der anderen Seite spreche der hohe Bedarf an Fachkräften für eine gute Auftragslage. Potenzial sieht Reichhold zum Beispiel in Studienabgängern, die im Handwerk eine neue berufliche Perspektive sehen könnten. Ein weiterer Weg liegt Reichhold zufolge darin, Fachkräfte an den Betrieb zu binden. Heutzutage müssten Betriebe sich mehr auf die Vorstellungen ihrer Mitarbeiter einstellen und ihnen entsprechende Angebote machen. Unterstützung bekommen Unternehmen von den Personalberatern der Handwerkskammern.

Mehr Sicherheit, weniger Unfälle – Das Zimmererhandwerk muss seine Unfallzahlen drastisch reduzieren, so Hauptgeschäftsführer Thomas Schäfer

Ein weiteres wichtiges Thema war die Arbeitssicherheit. Mit rund 150 Unfällen pro 1 000 Mann liegt das Zimmererhandwerk weit über dem Durchschnitt des gesamten Baugewerbes, so Hauptgeschäftsführer Thomas Schäfer während der Obermeister-Herbsttagung. In der Folge wurden die Zimmerer in eine eigene Tarifstelle 110 eingruppiert. Damit steigt der Beitrag für jeden einzelnen Betrieb im kommenden Jahr um rund 20 Prozent. Um bei der erneuten Überprüfung durch die BG Bau im Jahr 2020 besser abzuschneiden, muss die Zahl der Unfälle im Zimmererhandwerk drastisch reduziert werden. Der baden-württembergische Landesverband bietet dazu 5

0 Tagesseminare „Wir zimmern sicher“ an. Seinen Appell an die Obermeister, sich intensiv mit dem Thema Arbeitssicherheit zu beschäftigen, wiederholte Thomas Schäfer in der Fachtagung zum Landesholzbautag vor allen Teilnehmern noch einmal.

Gemeinsam mit OB Franz Nopper und Minister Peter Hauck stiegen die Auszubildenden und Innungsmitglieder noch einmal auf die Da-Vinci-Brücke
Die Mitglieder der Innung Rems-Murr führten den schwebenden Dachstuhl vor

 

Was die Zimmerer alles können, stellten die Auszubildenden des Biberacher Bildungszentrums und die Mitglieder der Innung Rems-Murr am 15. September 2017 auf dem Platz vor dem Historischen Rathaus in Backnang unter Beweis. Dort errichteten sie vor den Augen der Verbandsmitglieder, der Backnanger Bevölkerung sowie Oberbürgermeister Dr. Franz Nopper und Minister Peter Hauk einen schwebenden Dachstuhl und eine Da-Vinci-Brücke.

Mehr zum Landesholzbautag lesen Sie in der Novemberausgabe der mikado, die am 3. November 2017 erscheint.

Hier geht’s zur Bildergalerie.

Interview mit Präsident Josef Schlosser

Zurück zur Startseite