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Erlus-Forum 2018: „Zukunft mit Holz – Holz mit Zukunft“

Gemeinsam mit der Zimmerer-Innung Rosenheim veranstaltete die Erlus AG am Gründonnerstag wieder ihr Forum in der Hochschule Rosenheim. Unter dem Motto „Zukunft mit Holz – Holz mit Zukunft“ präsentierten vier Referenten ihre Ideen und Perspektiven für die Holzbaubranche. Auch die Hochschule Rosenheim will ihren Teil zur Zukunftsfähigkeit des Holzbaus beitragen. Zwei neue Studiengänge sollen den Nachwuchs für die künftigen Herausforderungen im Holzbau qualifizieren. Gleichzeitig wurde 2017 eine Abteilung für Forschung und Entwicklung gegründet, in der die Hochschule gemeinsam mit Unternehmen Forschungen durchführt.

Guido Hörer, Gesamtleitung Vertrieb & Marketing der Erlus AG (Foto: mikado)

Agieren statt reagieren

Für Aktivität warb auch Guido Hörer, Gesamtleiter Vertrieb und Marketing der Erlus AG. Die Holzbaubranche dürfe die Zukunft nicht einfach abwarten, sondern müsse sie selbst gestalten, appellierte Guido Hörer an die rund 180 Teilnehmer des Erlus-Forums. „Nur wer sich bewegt, kommt voran.“ Dabei hätten mittelständische Unternehmen einen großen Vorteil: sie seien klein und wendig, könnten damit auf Veränderungen flexibler reagieren als große Konzerne. Diese Beweglichkeit verschafft dem Mittelstand Hörer zufolge einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil. Die Unterstützung des Holzbaus ist Erlus ein großes Anliegen, so Hörer weiter. Denn Tondächer und Holz gehörten aus Tradition schon immer zusammen. Dem Holzbau komme bei der Lösung der Wohnraumproblematik eine entscheidende Rolle zu. Aus diesem Grund engagiert sich das Unternehmen auch in Verbänden wie dem DHV.

Dr. Erwin Thoma, Thoma-Haus in Goldegg (Foto: mikado)

Zurück zur Natur

Der Holzbau mache schon vieles richtig. Für eine erfolgreiche, enkeltaugliche Zukunft müsse er aber zu seinen Wurzeln zurückfinden, forderte Erwin Thoma von Thoma-Haus in Goldegg. Die Branche müsse sich wieder mehr am Wald und seinem System orientieren. Dieses sei nicht ausschließlich auf das Wachstum des Einzelnen ausgerichtet, sondern trage auch Sorge für den Erhalt des gesamten Systems. Hat ein Baum erst einmal seine volle Größe erreicht, versucht er nicht, immer noch weiter zu wachsen, sondern widmet sich dem Wohlergehen des Waldes. Auf die Holzbaubranche übertragen bedeute das beispielsweise, dass Unternehmen, die eine wirtschaftliche Stabilität erreicht haben, sich nicht dem brancheninternen Kanibalismus – d.h. der Vernichtung der Konkurrenz – sondern dem Gemeinwohl der Branche hingeben sollten.

Prof. Dr. Horst Wildemann, TU München (Foto: mikado)

Neue Modelle

Ganz andere Perspektiven zeigte Horst Wildemann von der TU München auf. Er sieht in der Modularisierung die Zukunft des Holzbaus. Seinen Ausführungen zufolge kann der Hausbau mithilfe von Modularisierung nicht nur zum Exportgut werden, sondern auch wesentlich höhere Gewinne erwirtschaften. Indem Kosten in der Produktion eingespart werden, sollen Häuser günstiger und damit für mehr Menschen erschwinglich werden. Damit steige wiederum die Zahl der Aufträge und schließlich auch der Gewinn. Vorbild für diese Entwicklung ist die Automobilbranche. Und hier können sich Holzbauunternehmen noch mehr abschauen. So gelte es, einzelne Merkmale, die Kunden wichtig sind, herauszufinden und diese dann in Pakete zu integrieren. Wildemann zufolge könne der Deckungsbeitrag mit diesem System um bis zu zehn Prozent gesteigert werden.

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