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„Stuttgarter Holzbrücke“ im Fokus

Über 50 Interessierte nahmen an den Holzbrückentagen in Filderstadt teil (Foto: mikado)

 

Die Holzbaubranche zu Gast in Stuttgart: forum-holzbau, die Materialprüfungsanstalt der Universität Stuttgart und die Qualitätsgemeinschaft Holzbrückenbau hatten vom 17. bis 18. April 2018 zu den 5. Internationalen Holzbrückentagen geladen. Zu Beginn der zweitägigen Veranstaltung, unter dem Motto „Holzbrücken in der Offensive“, kamen die Teilnehmer zur Besichtigung und einem Brückenbauteilversuch zur Ermüdungsbeanspruchung an der „Stuttgarter Holzbrücke“ auf dem Campus der Universität zusammen. Die 25 Meter lange und 1,8 Meter breite Fußgänger- und Radwegebrücke wurde erst 2016 unter Verwendung eines Brettschichtholz-Primärträgers errichtet und dient als Prototyp im Rahmen eines Forschungsprojektes des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).

Den zweiten Tag eröffnete Karl Kleinhanß von der Qualitätsgemeinschaft Holzbrückenbau mit der Begrüßung der Teilnehmer, die in der Filharmonie in Filderstadt zusammengekommen waren.

Karl Kleinhanß von der QHB begrüßte die Teilnehmer in der Filharmonie Filderstadt (Foto: mikado)

Anschließend informierten nationale und internationale Fachreferenten über den Holzbrückenbau in der Offensive, den Grün- und Straßenbrückenbau sowie über die Erhaltung und Ertüchtigung in der Umsetzung von Holzbrücken. Der letzte Themenblock befasste sich mit Fußgänger- und Radwegebrücken. Jürgen Hezel von der Materialprüfungsanstalt der Universität Stuttgart berichtete über die „Stuttgarter Holzbrücke“ und gab einen Überblick über gewonnene Erkenntnisse nach zwei Jahren Standzeit.

Jürgen Hezel von der MPA der Universität Stuttgart präsentiert die Ergebnisse des Monitorings der „Stuttgarter Holzbrücke“ (Foto: mikado)

Mithilfe eines eingebauten Monitoring-Systems, dessen Sensoren dezentral an der Brücke angebracht sind, lassen sich mechanische und klimatische Messwerte erzielen. Bei einem Langzeitversuch wurden Dehnungen und Verformungen bei steigernden Lasteinwirkungen bis 80 Kilonewton (kN) getestet und die resultierenden Ergebnisse durch das Monitoring-System ausgewertet. Dabei konnte unter anderem  eine deutliche Zunahme von Dehnungen der eingeklebten Bewehrungsstäbe gemessen werden. Auch die Entwicklung der Feuchtigkeit in der Brücke wurde überprüft. Der Fokus lag besonders auf dem Verlauf der jahreszeitlichen Schwankungen der Holzfeuchten in unterschiedlichen Querschnittstiefen des blockverklebten BSH-Verbundträgers. Die Messungen ergaben einen Maximalwert der Materialfeuchten von etwa 18 % im Winter und einen Minimalwert im Sommer von 12 %.

Eine Bildergalerie zu den Holzbrückentagen in Stuttgart ist unter diesem Link zu finden.

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