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Schon seit 1867 gab es an derselben Stelle einen Holzturm von lediglich 22 Meter Höhe, der nach dem ersten Weltkrieg wegen Baufälligkeit abgerissen wurde. Wer heute im Frankfurter Stadtwald unterwegs ist, kann jetzt wieder vom 43 Meter hohen neuen Goetheturm beeindruckende Ausblicke auf die Stadt genießen. Der Neubau hatte am 30. Juli dieses Jahres Richtfest und steht auf dem Fundament des 1931 erbauten Vorgängers, der im Oktober 2017 durch Brandstiftung zerstört wurde. Auch die abgebrannte Konstruktion war aus Holz und glich dem aktuellen Bau bis auf Details. Die damalige Lösung des Witterungsschutzes machte das Bauwerk jedoch leicht brennbar: es wurde mit Teeröl imprägniert, was den Brand begünstigte. Eine Volksbefragung ergab nach längeren Diskussionen mit 70 Prozent der Stimmen eine Zustimmung für einen Neubau aus Holz.

Einsatz von blockverleimtem Holz

Das Verfahren nach der Vergabeverordnung für öffentliche Aufträge gewann das Ingenieurbüro Wirth Haker aus Freiburg, das für die Objekt- und Tragwerksplanung beauftragt wurde. Dazu Johann Haker von Wirth Haker PartmbB: „Gemeinsam mit dem Bauherrn wurden im Planungsprozess die gestalterischen Merkmale des Turms festgelegt. Dieser ist so entworfen, dass er einerseits dem Stand der Technik und den Bauvorschriften entspricht, andererseits doch nah am Original bleibt. Insbesondere wurde ein neues Konzept für die Dauerhaftigkeit des Turms erarbeitet. Entscheidend dafür sind die Austauschbarkeit einzelner Tragglieder, die Ausführung der Knotenpunkte mit Stahlteilen aus mit Duplex beschichtetem Stahl und der Einsatz von blockverleimtem Holz aus Edelkastanie. Da keine Zulassung für verleimtes Holz aus Kastanie im Außenbereich vorliegt, wurden Versuche an der Materialprüfungsanstalt Stuttgart gemacht und eine Zustimmung im Einzelfall erwirkt. Die Treppen entsprechen den technischen Normen.“

 

Holzbau Amann GmbH in Bannholz gewann die Ausschreibung der Holz- und Stahlbauarbeiten. Für das Unternehmen berichtet Tobias Döbele: „Es handelte sich um eine beschränkte Ausschreibung, bei der sich die Bieter im Vorfeld mit ihren Referenzen bewerben mussten, um später, nach Prüfung, zur Submission zugelassen zu werden. Wir haben einige unserer realisierten Türme – unter anderem den BUGA-Turm in Magdeburg oder die Türme der Landesgartenschau in Singen – eingereicht und wurden zur Submission zugelassen, die wir im weiteren Verlauf gewannen. Brettschichtholz aus Edelkastanie hatten wir in unserer Firma vorher noch nie eingesetzt. Meiner Meinung nach wäre es positiv, wenn man mehr Laubholzarten im Bau einsetzen dürfte. Leider sind in Deutschland jedoch nur Buche und Eiche für tragende Zwecke zugelassen. Mehr Laubholz in unseren Wäldern würde zu einem Rückbau, also zu den Mischwäldern früherer Zeit führen.“

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