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Ein außergewöhnliches Gebäudeensemble aus Produktionshalle mit Büro- und Ausstellungsgebäude entsteht aktuell im idyllischen Waldenburg in Hohenlohe, dem Firmensitz der SWG Produktion Schraubenwerk Gaisbach GmbH. Das 1967 gegründete und zur Würth-Gruppe gehörende Unternehmen zählt zu den größten Schraubenherstellern Europas. Täglich werden hier bis zu zwölf Millionen Schrauben produziert – und die Tendenz ist steigend. Genau diese Entwicklung gab in der Vergangenheit schon mehrfach Anlass, über eine Erweiterung der Kapazitäten und damit über einen Hallenneubau und die Neuorganisation des Firmensitzes nachzudenken.

Aus der Idee von gestern wird nun die Wirklichkeit von morgen: Mit gigantischen Abmessungen von knapp 96,50 m × 114 m und einer Höhe von rund 12 m wächst auf einer Fläche von 12 800 m² aktuell eine Produktionshalle aus dem Boden des Firmengeländes. Sie gliedert sich in 20 Prozent Lagerflächen sowie 70 Prozent Fertigungs- und Logistikbereich. Als eine Art Anhang entsteht daneben ein dreigeschossiger Seitenbau für Büros, Konferenz- und Ausstellungsräume. Dieser ist über eine Brücke mit der Halle verbunden. So lassen sich mit dem Neubau die Kapazitäten erhöhen, mit dem als Besucher-Pavillon bezeichneten Dreigeschosser aber auch Interessierten die hauseigenen Produkte in der Anwendung zeigen und damit den Holzbau erlebbar machen. Von der SWG Produktion selbstentwickelte Verschraubungen für Holz-Beton-Verbund-Decken sollen dort ebenso gezeigt werden wie die Umsetzung klassischer Holzanschlüsse, unter anderem solche mit dem Hochleistungsbaustoff BauBuche (Buchen- Furnierschichtholz von Pollmeier), aus dem auch das Dachtragwerk der neuen Produktionshalle besteht. Als bestes Anwendungsbeispiel dient dann später die Halle selbst.

Holz-Architektur schafft elegante Schlichtheit

Entworfen hat das Gebäudeensemble das Team rund um Hermann Kaufmann aus Schwarzach (Vorarlberg, Österreich) mit seinen neuen Partnern Christoph Dünser, Roland Wehinger und Stefan Hiebeler, die seit Anfang 2018 zusammen unter dem Namen HK Architekten firmieren. Die Materialwahl „Holz“ für das Tragwerk bzw. „Blech und Metall“ für die Fassade soll das Tätigkeitsfeld der SWG Produktion und die Einsatzgebiete der Schrauben für den Holz- und Metallbereich widerspiegeln. Die Halle ist fünfschiffig konzipiert und wird von einem kammartig geformten Dach überspannt. Die Hallenschiffe sind jeweils knapp 20 m breit. Ihre Dachflächen verspringen an den Längsseiten in regelmäßigen Abständen nach unten, wo sie ein paar Meter auf dieser Höhe weitergeführt werden, um dann wieder in die ursprüngliche Höhe überzugehen.

 

Diese regelmäßigen Versprünge gliedern einerseits die großflächige Halle, andererseits haben sie dieselbe Funktion wie Sheddächer: Sie sorgen für viel Tageslicht im Halleninneren. Um über lange Zeit eine hohe Flexibilität in der Produktion zu gewährleisten, galt es die Zahl der Stützen in der Halle auf ein Minimum zu reduzieren, woraus sich Spannweiten von bis zu 42 m ergeben haben.

Mit Buchenholz enorme Spannweiten überbrücken

Unter diesen Bedingungen konnte der Entwurf für die Produktionshalle, der ein filigranes Tragwerk vorsah, nur mit dem hochtragfähigen Buchenholz-Werkstoff realisiert werden. Andere Baustoffe wie Spannbeton oder Stahl wären zu klobig, zu schwer und insgesamt zu teuer ausgefallen. So bilden Fachwerkträger aus BauBuche das Dachtragwerk. Sie überbrücken zum Teil enorme Spannweiten, wie etwa die 82 m langen und 3,80 m hohen Haupt-Fachwerke in Längsrichtung der Hallenschiffe. Lediglich auf einer BauBuche-Stütze gelagert, überspannen sie als Zweifeldträger ein 40 m und ein 42 m großes Feld.

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