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Bauernhäuser, Scheunen und eine alte Apotheke: Im Freilichtmuseum Molfsee sind insgesamt 60 historische Gebäude versammelt, deren Ursprünge zum Teil bis ins 16. Jahrhundert zurückreichen. Der 3300 m² BGF umfassende Eingangsbau hingegen ist neu – und präsentiert sich mithilfe von Formensprache, Konstruktion und Materialität bewusst als Bindeglied zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

Zum Empfang ein H, dahinter Corten und Licht

In Form eines leicht gespreizten „H“, das sich aus zwei lang gestreckten Baukörpern und einem Verbindungsgang zusammensetzt, heißt das etwas erhöht positionierte Ensemble Mitarbeiter, Besucher und Forscher auf einem großzügigen Museumsvorplatz willkommen. Die beiden Einzelbauten dahinter nehmen den Empfang und den Kassenbereich auf. Sie beinhalten Räume zur Kulturvermittlung mit zugehörigen Werkstätten und dienen nicht zuletzt als Sitz der Museumsverwaltung. Unterirdisch erweitern sich die Riegel schließlich zu einem ringförmigen Karree mit rund 1500 m² BGF. So schaffen sie in der Tiefe Platz für einen riesigen Ausstellungsbereich, während die oberirdischen Einzelbauten nur wenig größer wirken als die historischen Häuser nebenan.

Auch in ihrer Form orientieren sich die beiden Baukörper an den traditionellen Bauernhäusern der Nachbarschaft. Doch sie sind länger als diese und werden lediglich über einzelne bodentiefe Fenster sowie Firstoberlichter belichtet – sowie einen großzügigen Lichthof im Ausstellungsbereich des Untergeschosses. Im Rest des Ensembles geht hingegen die Außenhaut der Neubauten von der Senkrechten nahtlos in die Dachdeckung über: Der dafür gewählte Cortenstahl erinnert von Weitem an Dachdeckungen aus Reet und Stroh und zeigt von Nahem die Moderne an.

 

Innenwände aus Beton verweisen auf Baustoffe im Hier und Jetzt und für das Holzträgerwerk des Foyers stellten die Zimmerer eine historisch anmutende Konstruktion in aktueller Bautechnik her. Dabei war zunächst ein anderes Material gewollt: Ursprünglich hatten die projektverantwortlichen Architekten ein Dach aus massivem Dämmbeton favorisiert. Im Verlauf des Planungsprozesses haben sich die Architekten jedoch für das gewählte Holztragwerk entschieden, stark orientiert an der Konstruktion der großen alten Scheunen in Norddeutschland mit der besonderen Atmosphäre im Innenraum, in der Montage unkomplizierter, zudem nachhaltiger und letztendlich preisgünstiger.

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