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Die Besucherzahlen der Gläubigen in den Gottesdiensten der Marienkirche in Essen-Steele waren schon seit Längerem rückläufig. Hier wie an vielen anderen Orten auch sorgen schrumpfende Kirchengemeinden bei gleichzeitig steigenden Unterhaltskosten in Wechselwirkung mit Renovationsstau für dringlichen Handlungsbedarf. Doch was tun mit den denkmalgeschützten Bauwerken, deren flächendeckender Erhalt nicht mehr sicherzustellen ist?

 

Das Beispiel in Essen lässt aufhorchen. Die Beteiligten – das Ruhrbistum Essen, die katholische Pfarr- und Kirchengemeinde St. Marien und das Landesdenkmalamt – realisierten, dass einzig ein Wandlungsprozess den erhofften Erhalt des Gotteshauses mittels einer sinnvollen Umnutzung sicherzustellen vermag. Bereits im Jahr 2008 waren die Schließung und Entweihung der unter Denkmalschutz stehenden Kirche erfolgt. Im Anschluss diente das leer stehende Gebäude in der Flüchtlingswelle als Lagerhalle und später als Kleiderkammer. Der Wandlungsprozess hat nun seinen (vorläufigen) Abschluss gefunden: im holzbaulichen Umbau zu einem Mehrfamilienwohnhaus.

Der Bestand: Saalkirche

Die in den Jahren 1924/25 errichtete satteldachgedeckte Saalkirche St. Marien verfügt über einen niederen, eingezogenen Chor mit einem seitlich platzierten, 34,50 m hohen Glockenturm. Das auf einer leichten Anhöhe gründende, von einem Natursteinmauerwerk umsäumte Bauwerk wird zuvorderst von seinem südwestlich ausgerichteten Portal bestimmt: oberhalb eines Treppenaufgangs finden drei rundbogige Eingänge ihre symmetrische Entsprechung über drei hochrechteckig-schmale Fenster im großen Eingangsgiebel.

Kirchenumbau: zwölf Eigentumswohnungen

Die historische, nur 8 cm dicke Stahlbeton-Bodenplatte der Kirche ist weitestgehend erhalten geblieben. Sie wurde ausgebessert, neu abgedichtet und mit einer EPS-Lage von 30 mm gedämmt. Hierauf brachte man eine ebenfalls wärmedämmende elastisch gebundene Schüttung von rund 10 cm sowie eine 30 mm Lage Mineralfaserplatten als Trittschalldämmung nebst PE-Folie auf. Den Abschluss bildet ein 60 mm dicker, schwimmender Zementestrich mit darauf verklebten Natursteinfliesen von 40 mm.

Dieser Bodenaufbau der Flurzonen wiederholt sich so auch in den Wohnräumen, nur dass hier ein Heizestrich mit den Schleifen für die Fußbodenheizung und obenauf ein robustes Holz-Industrieparkett von 17 mm verlegt wurde. Im Untergeschoss des teilunterkellerten Gebäudes befinden sich die Abstellkammern sowie die Räumlichkeiten der Haustechnik, die über Außentreppen zu erreichen sind. In das Sakralgebäude sind nun zwölf Eigentumswohnungen mit Wohnflächen zwischen 50 bis 150 m2 auf drei Ebenen, davon zwei neu eingezogenen, eingebaut worden.

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