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Auf dem Hanggrundstück eines denkmalgeschützten Gebäudes in der Innenstadt von Geislingen liegend, steht der Neubau über bestehenden Garagen im unteren Grundstücksbereich. Die Garagen waren laut Stadtbauamt so massiv, dass eine Bebauung kein Problem darstellte – einer der Gründe, weshalb Bauherr Thomas Becker zusammen mit seinem Geschäftspartner Harald Glöggler Gebäude und Grundstück erwarb. Ihre Idee: auf dem verkehrsgünstig gelegenen Grundstück einen Viergeschosser in Holz errichten. Den Entwurf für den Mehrgeschosser gaben die Bauherren bei Architekt Raimund Stolz in Auftrag. Sein Entwurf sah bereits die heutige Gebäudestruktur mit vier Geschossen, Holzfassaden, zwei Wohnungen à 50 und 55 m² pro Geschoss und einer Erschließung über Laubengänge vor.

 

Aus Brandschutzgründen musste die Fassade an den Laubengängen mit nichtbrennbaren Fassadenplatten verkleidet werden. Werkplanung und Holzbau vergab die Bauherrschaft an Georg Rösch Holzbau in Amstetten. Georg Rösch brachte einige seiner Partner in das Projekt ein. Zu ihnen gehörte auch der Statiker, der dem Untergrund misstraute und ein Bodengutachten in Auftrag gab. Dabei wurden seine Befürchtungen bestätigt: Der Untergrund unter den Garagen besteht aus Schwemmland, dessen Tragfähigkeit für das geplante Projekt nicht ausreicht. Damit waren die Garagen entgegen der Zusicherung des Stadtbauamts nicht für die Bebauung geeignet. Selbst für das vergleichsweise leichte Holzgebäude benötigte man eine Gründung auf festerem Erdreich, das in etwa 3 m Tiefe zu finden war. Vor den Garagen setzte man deshalb acht betonummantelte Stahlstützen zwischen den Toren, hinter den Garagen genügte ein tiefes Fundament. Darüber liegen Stahlträger, welche die Last des Gebäudes in Fundament und Stützen ableiten. Ein nicht geplanter Aufwand, der die Baukosten deutlich in die Höhe trieb.

Problem Gewichtslimitierung

Dass man die Gründung zur Deckelung der Kosten möglichst filigran auslegen wollte, hatte Folgen für den Schallschutz: „Die Vorgaben für die Gebäudeklasse 4 mit mehreren Wohnungen konnten wir nun aus Gewichtsgründen nicht mehr auf konventionelle Weise mit einem Nassestrich einhalten“, erinnert sich Rösch: „Also machten wir uns auf die Suche nach einem System, das bei geringem Gewicht einen hohen Schallschutz gewährleistet.“ Bei dem viergeschossigen Wohngebäude wurden als Wand- und Deckenauflager PhoneStrip-Entkopplungsstreifen von Wolf Bavaria eingesetzt, die den Trittschallschutz von Wohnungstrenndecken je nach Schalldämm-Maß der Außenwände um 1 bis 6 dB verbessern können. In den Fußböden kamen PhoneStar- Schalldämmplatten zum Einsatz. Die Schalldämmplatten in den Fußböden bestehen aus einer mehrlagigen, nassfesten Kartonhülle und Sand, der Schallenergie durch innere Reibung absorbiert.

Ihr Einbau kann deshalb in Neubau und Sanierung zu einem deutlich verbesserten Schallschutz führen. Die konstruktive Basis der Decken bildeten 160 mm starke Brettschichtholz (BSH)-Platten, die bei der Montage mit einem X-fix-Verbindungssystem zusammengezogen und zu einer aussteifenden Scheibe verbunden wurden.

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