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Die Kreisstadt Aichach liegt inmitten des Zentrums der Metropolregion München – Augsburg – Ingolstadt. Auf dem ehemaligen Milchwerkareal in Aichach wird ein bis dato Dreigeschosser als Gewerbe- und Bürogebäude genutzt. Im Obergeschoss sind die „Energiebauern“ beheimatet, die Solar- und Windkraftanlagen projektieren und betreiben. Dem seit Jahren andauernden Boom folgend, hatte sich deren Raumbedürfnis schrittweise erhöht. Dabei kristallisierte sich eine statisch relativ einfach zu lösende Aufstockung in leichter Holzbauweise bei fortlaufendem Betrieb auf dem mineralischen Altbestand als Mittel der Wahl heraus.

Skelettbau aus Buchenfurnierschichtholz

Auf die gedämmte und abgedichtete, 40 cm dicke Stahlbetondecke des 2. Obergeschosses platzierten die Zimmerer des Generalübernehmers Gumpp & Maier ein Staffelgeschoss der Maße (L) 37,00 m × (B) 11,00 m × (H) 4,00 m. Die an den beiden Längsseiten des rechteckigen Bauwerks platzierten Dachterrassen wurden mit einem Lärchenholz-Terrassenbelag versehen bzw. in Teilen bekiest. Das Tragwerk der Aufstockungsebene basiert auf einem sichtoffenen Skelettbau aus Buchenfurnierschichtholz der Festigkeitsklasse GL70, das mit einer Pfosten-Riegel-Konstruktion mit Glasfassade bekleidet wurde.

Der skelettartige Aufbau wird von Stützen in den Maßen (L) 3,10 m × (B) 200 mm × (H) 240 mm und 6 cm überhöhten Doppelträgern als Unterzüge in den Maßen (L) 10,40 m × (B) 400 mm × (H) 440 mm gebildet, zusätzlich bestückt mit 100 mm × 440 mm Traufriegeln zur Befestigung der Wand- und Dachelemente. Die kraftschlüssige Verbindung der Stützen und Träger erfolgte mit Zapfen und Vollgewindeschrauben. Zuvor waren die abgebundenen, faserparallel verleimten Furnierhölzer werkseitig mit einem Varnish- Anstrich versehen worden. Dieser Schutz trägt vor allem dem im Vergleich zu Nadelholz höheren Quellund Schwindverhalten des Buchenfurnierschichtholzes Rechnung, das insbesondere an den Hirnholzbereichen sehr empfindlich auf Feuchteinträge reagiert.

 

Die Vorteile des skelettartigen Aufbaus mit den Furnierhölzern aus Buchenholz liegen im Vergleich zu Fichten-Brettschichtholz in ihrer höheren Festigkeit und Dichte bei gleicher Belastung begründet, die signifikant schlankere Querschnitte ermöglichen. Dieser Faktor hat nicht nur die Wirtschaftlichkeit der Aufstockung erhöht, sondern auch der besonderen Optik der großflächigen Büroeinheit Rechnung getragen.

BSH-Elemente fungieren als Deckenscheibe

An den Skelettbau montierten die Holzbauer werkseitig vorgefertigte und gedämmte Holzrahmenbau-Außenwandelemente, ohne Fenster – gleichwohl mit Leerrohren und Dosenbohrungen, in den Maximalmaßen (L) 11 m × (H) 4 m × (B) 0,33 m. Deren Aufbau basiert auf einem 18 cm tiefen KVH-Rahmen, der mit Mineralwolle in ebendieser Stärke gedämmt wurde. Darauf montierten die Zimmerer innenseitig eine an den Stößen miteinander dampfdicht verklebte OSB-Lage von 22 mm, welche die Rahmenkonstruktion aussteift und die luftdichte Ebene bildet. Den raumseitigen Abschluss markieren 2 × Gipskartonplatten von je 18 mm. Außenseitig wurde die Rahmenkonstruktion mit 35 mm dicken Holzfaser-Dämmplatten bekleidet, ihrerseits vor Witterungseinflüssen geschützt von einer Fassadenbahn.

Die abschließende, horizontal gegliederte Fassadenschalung aus 26 mm Lärchenholz-Rhombusleisten sitzt auf einer 30 mm × 50 mm Konterund Traglattung, die zugleich die 3 cm tiefe Hinterlüftungsebene bildet. Der Wandaufbau erreicht den U-Wert von 0,19 W/(m²K). Für den Decken- bzw. Dachaufbau montierte man fertig abgebundene, 16 cm dicke und 60 cm breite Brettschichtholz (BSH)-Elemente auf die Unterzüge aus Buchenfurnierschichtholz mittels nicht vorgebohrter Vollgewindeschrauben. Auf einer 2 mm dünnen Dampfsperre folgen zwei druckfeste und vergleichsweise leichte Dämmlagen (100 mm Grunddämmung /120 mm Gefälledämmung) aus Polyisocyanurat (PIR), geschlossenzelligen Hartschaumplatten mit geringer Wärmeleitfähigkeit, die schlanke Aufbauhöhen ermöglichen.

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