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Bereits im Jahr 2016 gründete der Wertinger Holzbau-Unternehmer Siegfried Denzel mit seiner Ehefrau die „Siegfried und Elfriede Denzel Stiftung“ mit dem Zweck, Kultur, Geschichte, Kunst, Kirche und Religion zu fördern. Dr. Peter Fassl, Heimatpfleger des Bezirks Schwaben, kennt die Unternehmerfamilie seit vielen Jahren: „Sie haben viele kulturelle Projekte in der Region Augsburg-Dillingen angestoßen und beispielsweise einige Ausstellungen eröffnet. Wir sind uns öfters begegnet und mit der Zeit hat sich ein Vertrauensverhältnis entwickelt.“ Fassl wurde von der Familie gefragt, ob er Projekte für ihre Denzel Stiftung entwickeln möchte, und wurde – nach seiner Zusage – zum stellvertretenden Stiftungsvorstand ernannt. Kurz danach entwickelte Fassl ein Konzept für das Projekt „7 Kapellen“, das mehrere Eckpunkte aufwies:

  • Es soll im Kreis Dillingen ein kultureller Akzent gesetzt werden, der auf Dauer angelegt ist.
  • Radwege sind ein neues Kommunikationsnetz, das durch die E-Mobilität an Bedeutung gewinnen wird. Hier sollen Zeichen bzw. Wegmarken gesetzt werden.
  • Frühere Wegsysteme waren durch christliche Zeichen geprägt (Wegkreuze, Kapellen) – an Radwegen gab es diese Landmarken bisher nicht.
  • Kunstpfade in der Landschaft dienen als Inspiration.
  • Mit moderner Architektur soll neue Attraktivität geschaffen werden.
  • Das Thema Holz soll im Mittelpunkt stehen, da die Stifter Holzbau-Unternehmer sind.

Architektonische Landmarken

So entstand die Idee, an ausgewählten Orten an Radwegen der Region Dillingen ein neues christliches Zeichensystem zu schaffen. Wanderer und vor allem Radfahrer sollen in sieben Kapellen zum Halten, Rasten und zur Besinnung eingeladen werden sowie Schutz finden. Die Zahl sieben kommt in der jüdisch-christlichen Tradition vielfach vor – sie erinnert zum Beispiel an die sieben Tage der Schöpfung. „Die sieben Kapellen sollen eine Landmarke setzen und ein architektonisches Zeichen in der Landschaft bilden, das die Tradition des Kapellenbaus in der zeitgenössischen Kultur weiterentwickelt. Jede Kapelle wird von einem anderen Architekten konzipiert und gestaltet. Die Familie Denzel sind gläubige Menschen – sie waren begeistert von dem Konzept“, so Fassl. Als theologischen Berater konnte Fassl den Augsburger Stadtpfarrer Helmut Haug gewinnen.

Seine gut gepflegten Netzwerke halfen Fassl auch bei der Architektensuche. „Sechs von ihnen kenne ich persönlich. Die Architekten Hans Engel (Augsburg), Wilhelm Huber (Betzigau), Alen Jasarevic (Mering), Frank Lattke (Ausgburg), Christoph Mäckler (Frankfurt am Main) und Volker Staab (Berlin) haben sofort zugesagt, als ich ihnen von dem Projekt ,7 Kapellen‘ erzählt habe.“ Pfarrer Haug war es allerdings, der den Kontakt zu John Pawson herstellte. Er kannte den Londoner Star- Architekten noch von der Sanierung der Augsburger Kirche St. Moritz aus der Zeit von 2010 bis 2013. „Auch er war sogleich Feuer und Flamme für unsere Idee. Denn Kirchenbau ist immer noch etwas Besonderes“, erinnert sich der Diplom-Theologe.

 

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