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Ausblick aufgestockt

Sanierung oder Abriss? Mit diese rFrage konfrontierten die Bauherren den Architekten Heinrich Schuller von Atos Architekten bei der ersten Besichtigung des Einfamilienhauses am Rande von Wien. Der Planer griff auf seine eigene „Drei-Punkte-Regel“ zurück, um eine Antwort zu finden. „Ist die Immobilie so schön, dass sie erhaltenswert ist?“, „Ist sie funktionell in Ordnung und würde ähnlich wieder entstehen?“ und „Ist sie bautechnisch in Ordnung?“. Werden zwei von drei Fragen mit „Ja“ beantwortet, sollte man dringend über eine Sanierung des Bestands nachdenken.

In diesem Fall traf das „Ja“ auf die letzten beiden Fragen zu. Die Bauherren zogen bei der Entscheidung mit. Doch zunächst galt es, die aktuelle Situation zu erfassen. „Die Problematik des Hauses war mir schnell klar. Es war ein hässliches Kind mit dem Gesicht der 70er Jahre und einem Kern von circa 1930. Trotzdem hatte das Haus einen ganz guten Wohnwert. Es war an der Zeit, die Immobilie neu zu konzipieren und in die Zukunft zu tragen“, berichtet Schuller.

Guter baulicher Zustand

Die Bestandsaufnahme zeigte, dass die Immobilie in der Gesamtsicht in einem guten Zustand war. Doch der immense Heizenergieverbrauch des Hauses von rund 100 kWh/m² gab klar eine energetische Sanierung vor. Das Erdgeschoss war baulich und funktionell in gutem Zustand und wurde baulich weitgehend unberührt belassen. Einzig der flache Wohnzimmer-Anbau hatte eine undichte Dachterrasse. Das Kellergeschoss jedoch war feucht, sodass hier umfangreichere Maßnahmen notwendig waren. Insgesamt bot die Immobilie zu wenig Platz, sodass ein Anbau mehr Fläche bringen sollte. Dieser sollte gleich mehrere Probleme gleichzeitig lösen. Der neue Baukörper wurde auf den bestehenden Wohnzimmeranbau gesetzt, womit das undichte Flachdach obsolet war. Durch das neue Element sollte insgesamt ein möglichst kompakter Baukörper entstehen.

In diesem Konstrukt hätte das komplette Raumprogramm untergebracht werden können. Doch dann stand der Bauherr eines Tages auf dem Dach und erkannte, dass es dort eine tolle Aussicht gab. So machte sich der Architekt nochmals ans Werk und ersann ein neues Dachgeschoss mit viel Ausblick.

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