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Steuerfreie Extras

mikado: Steuerfreie Sachbezüge bis 44 Euro im Monat können Unternehmen ihren Leuten zukommen lassen. Wie können die Zuschüsse aussehen?

Haag-Klose: Die 44-Euro-Regelung setzt voraus, dass dem Arbeitnehmer eine Sache überlassen wird. Nur dann ist der Bezug steuer- und auch sozialversicherungsfrei. Geld führt immer zur Steuerpflicht. Einer Leseratte könnte der Arbeitgeber z. B. jeden Monat Bücher im Wert bis zu 44 Euro einschließlich Umsatzsteuer schenken. Etwas unpraktisch. Daher ist ein probates Mittel, seinen Leuten Gutscheine zu geben. Damit wird nämlich kein Geld zugewendet, sondern letztendlich die Sache, die mit den Gutscheinen erworben werden kann. Weiter ist zu beachten, dass die 44-Euro-Zuwendung zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn überlassen wird, also on top kommt. Eine Gehaltsumwandlung erkennt das Finanzamt nicht an. Wichtig: Bei den 44 Euro handelt es sich um eine sog. Freigrenze. Der Wert von 44 Euro pro Monat darf also um keinen Cent überschritten werden. Ansonsten unterliegt der gesamte Betrag der Steuer- und Sozialversicherungspflicht – und nicht nur der Betrag, der darüber liegt. Mal angenommen, der Mitarbeitende hat Lohnsteuerklasse 1 und bleibt unter den Beitragsmessungsgrenzen. Er hat 45 Euro netto bekommen, liegt damit 1 Euro über der 44-Euro-Grenze. Jetzt rechnet das Finanzamt mit einem Bruttobetrag von rund 84 Euro. Denn diese 84 Euro sind nötig, damit sich nach Abzug aller Beiträge ein Netto von 45 Euro ergibt. Dessen sind sich die wenigsten Arbeitgeber bewusst.

mikado: Wie sieht das mit monatlichen Gutscheinen aus? Können die gesammelt und am Jahresende auf einmal ausgegeben werden?

Haag-Klose: Ja, das ist möglich. Die Begrenzung auf 44 Euro monatlich bezieht sich auf den Zeitpunkt der Übergabe des Gutscheins an den Arbeitnehmer. Wichtig ist, dass ausgelassene Monate nicht nachgeholt werden können. Wann der Arbeitnehmer den Gutschein dann einlöst, spielt keine Rolle. Ausnahme: Es handelt sich um eigene Produkte.

 

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