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10. Europäischer Kongress: Holzbau in der Stadt

(v.l.n.r) Alexander Rychter (Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Rheinland Westfalen), Stawros Chatzoudis (GWG Wohnungsgesellschaft mbH Rhein-Erft), Josef Huber (Huber & Sohn) und Nina Bendler (Koschany + Zimmer Architekten KZA) setzten sich mit der Frage nach bezahlbarem Wohnraum auseinander

 

Lange war das Einfamilienhaus im Holzbau prägend. Seit einigen Jahren entstehen immer öfter auch komplexe Holzgebäude. Gut so, denn die Städte brauchen zukunftsfähige Lösungen.

Gerade in Ballungsräumen wächst der Bedarf an Wohnraum. Der Platz ist knapp, gleichzeitig steigen die Einwohnerzahlen rapide an. Städte stehen damit vor der Herausforderung, in möglichst kurzer Zeit viel Wohnraum zu schaffen. Hier kann der Holzbau zukunftsfähige Lösungen bieten. Das machte der 10. Europäische Kongress am 18. und 19. Oktober 2017 in Köln deutlich. Auch Dr. Heinrich Bottermann, Staatssekretär im Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz in Nordrhein-Westfalen, prognostizierte dem Holzbau eine große Zukunft.

Dr. Heinrich Bottermann, Staatssekretär im Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz in Nordrhein-Westfalen

Dichter bauen und öffentliche Räume schaffen

Das Wohnen in der Stadt liegt im Trend, so Michael Arns, Vizepräsident der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen. In Deutschland leben zwei Drittel der Bevölkerung in Städten. Gerade Metropolen sind in den vergangenen Jahren sehr schnell gewachsen. Zugleich sind Städte nicht nur Orte des Wohnens, sondern auch des Arbeitens und der Kultur. Aus dem Platzmangel und der zunehmenden Einwohnerzahl ergibt sich als logische Konsequenz ein Trend zur Verdichtung, sowohl vertikal als auch horizontal. Die Option der Dichte steht Michael Arns zufolge nicht zur Debatte: „Dichte ist nicht nur für den Einzelnen ökonomisch vorteilhaft, sondern auch für die Gemeinschaft.“ Sie sei funktional, ökonomisch, ökologisch, gesellschaftlich und kulturpolitisch unvermeidlich. Mehr Dichte erfordere aber auch eine hohe Qualität öffentlicher Räume. Freiflächen müssten erhalten und neu geschaffen werden.

Oona Horx-Strathern widmete sich der Stadt von morgen

Was bringt die Zukunft?

Entscheidend für die städtebaulichen Planungen ist es, Trends zu identifizieren und belastbare Prognosen zu erstellen. Helfen können hier Megatrends, wie Oona Horx-Strathern vom Zukunftsinstitut in Frankfurt sie vorstellte. Megatrends sind die großen Treiber des Wandels. Jeder Trend erzeugt jedoch auch einen Gegentrend. Zusammen ergeben sie ein realistisches Zukunftsbild. Ein Trend, der sich verstärkt auch auf Stadtplanungen auswirkt, ist die Alterung der Gesellschaft. Gleichzeitig wollen wir immer jünger sein und nehmen uns selbst auch so wahr. Bestehende Wohnangebote für ältere Menschen entsprechen nicht mehr unbedingt deren Selbstverständnis. Weitere Trends, denen sich die Stadt der Zukunft stellen muss, sind das Verlangen nach Gemeinschaft und Entschleunigung. Der Holzbau ist es gewohnt, sich immer neuen Herausforderungen zu stellen und zukunftsfähige Lösungen zu entwickeln. Mit diesen Eigenschaften kann er einen maßgeblichen Teil zur Gestaltung der Zukunft(sstadt) leisten.

Mehr zum 10. Europäischen Kongress in Köln lesen Sie in der Dezemberausgabe der mikado.

 

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