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Große Menschengruppe aus Vogelperspektive

Vertreter von 51 Nationen diskutierten Mitte November 2019 über die Zukunft des Zertifizierungssystems in Würzburg (Fotos: PEFC International/Fabian Grimm)

In Würzburg, wo vor 20 Jahren erstmals das PEFC-Logo der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, trafen sich Mitte November 2019 Repräsentanten aus 51 Nationen zur internationalen PEFC-Week. Sie berieten über die zukünftigen Herausforderungen nachhaltiger Waldbewirtschaftung und Holzverwendung.

Im „Stakeholder Dialogue“ diskutierten dann 200 Gäste mit Vertretern aus Waldbesitz, Naturschutz sowie Industrie und Handel geeignete Rezepte, um die Zertifizierung „aus der Nische zum Mainstream“ zu führen.

53 PEFC-Mitglieder

Julia Klöckner, Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, sprach in ihrer Gratulationsbotschaft zum 20. PEFC-Jubiläum von einer „sehr beeindruckenden Entwicklungsgeschichte“. Dennoch blickte die „Forest Certification Week“ nur kurz auf das Erreichte: Über alle Kontinente hinweg wurden binnen 20 Jahren rund 312 Millionen Hektar Wald nach PEFC zertifiziert, bei denen eine nachhaltige Waldbewirtschaftung sichergestellt ist. Seit dem 30. Juni 1999 wuchs die globale PEFC-Familie mit den in dieser Woche frisch aufgenommenen Mitgliedern Ukraine und Guyana auf nun 53 Mitglieder an.

„Global betrachtet sind erst rund zehn Prozent der Waldfläche durch Zertifizierungsstandards geschützt“, gab Ben Gunneberg, Generalsekretär von PEFC International, zu bedenken. Der Klimawandel, das Bevölkerungswachstum und der Artenschwund ließen PEFC keine Zeit, sich auf den verdienten Lorbeeren auszuruhen, so Gunneberg. Dies sahen die Delegierten aus der ganzen Welt in ihren Würzburger Beratungen und Diskussionen genauso. Obwohl die Nachfrage nach PEFC-zertifizierten Produkten in den vergangenen Jahren stetig gestiegen ist, hat die Zertifizierung nachhaltiger Waldbewirtschaftung sowie nachhaltiger Holz- und Papierprodukte den Sprung aus der Nische hin zum massenhaft nachgefragten Gut noch nicht geschafft.

PEFC-Flagge vor vollem Vortragssaal

Auf der internationalen Generalversammlung Mitte November in Würzburg wurden die neuen Mitglieder Ukraine und Guyana aufgenommen

Thema Klimaschutzeffekte

Nach geeigneten Sprungfedern suchte der Stakeholder Dialogue auf der Festung Marienberg. Der Klimaschutz durch Walderhalt und Holzverwendung sei der kommunikative Hebel, führte Peter Latham, Vorstandsvorsitzender von PEFC International, in die Diskussion ein. Allerdings müsse sich die zertifizierte Forst- und Holzwirtschaft stärker als bislang als „Teil der Lösung“ positionieren. Auf Mitteleuropa bezogen, bedeute dies auch, die Aufforstungsleistungen ins rechte Licht zu rücken, die die PEFC-Waldbesitzer im Zuge des aktuellen „Waldsterben 2.0“ vollbringen, merkte Prof. Dr. Andreas W. Bitter an, Vorsitzender von PEFC Deutschland. Im ersten von drei Themenblöcken ging es dann um die Erwartungen der Unternehmensseite an die Nachhaltigkeitszertifizierung. Die Konformitätsbewertung und Wirkungsanalyse der Nachhaltigkeitszertifizierung stand im Mittelpunkt des zweiten Blockes. Den Bezugsrahmen Wald, Forstwirtschaft und Landschaft diskutierten abschließend Jerg Hilt, Forstkammer Baden-Württemberg, Tom Martin, American Forest Foundation, und Sachin Raj Jain vom indischen Network for Certification and Conservation of Forests.

PEFC Deutschland e.V. wurde 1999 gegründet und entwickelt die Standards und Verfahren der Zertifizierung, stellt der Öffentlichkeit Informationen bereit und vergibt die Rechte am PEFC-Logo in Deutschland. Mit rund 7,6 Millionen Hektar zertifizierter Waldfläche sind bereits mehr als zwei Drittel der deutschen Wälder PEFC-zertifiziert.