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Preissteigerung Holz Holzbau Baden

Die Politik hat wenig Einflussmöglichkeiten: der Holzpreis kennt derzeit nur den Weg nach oben (Foto: Pixabay/JPlenio)

Seit Januar ist der Holzpreis um mehr als 200 Prozent gestiegen und gefährdet damit die Zukunft badischer Holzbaubetriebe. Auch Baden-Württembergs Forstminister Peter Hauk konnte im Gespräch mit Mitgliedern von Holzbau Baden diesen keine Hoffnungen auf sinkende Preise machen. HBB-Präsident Rolf Rombach sieht die Branche vor harten Zeiten.

Jahrelang konnte sich die Holzbaubranche auf stabile Holzpreiseverlassen, doch damit ist seit Monaten Schluss. In einem Gespräch am vergangenen Freitag mit Forstminister Peter Hauk berichteten Mitglieder von Holzbau Baden diesem von Preissteigerungen von mehr als 200 Prozent seit Januar – ein einmaliger Vorgang. Gründe gibt es mehrere: Der Baustoff Holz wird weltweit immer beliebter. Besonders viel Holz aus Europa und damit aus Deutschland geht derzeit in die USA und nach China. Des Weiteren sind seit Corona viele Heimwerker in Haus und Garten verstärkt aktiv und benötigen viel Holz – ob für den Innenausbau oder den Bau von Carports.

Badische Zimmereien bringen die starken Preiszuwächse in große Schwierigkeiten, da vereinbarte Preise mit Kunden nur unter besonderen Bedingungen eine nachträgliche Justierung erlauben. Auch bei der Planung künftiger Projekte gibt es Probleme. „Wir können keine neuen Angebote für die Bauherren erstellen“, so Rolf Rombach, Präsident von Holzbau Baden, und fährt fort: „Die Holzlieferanten nennen uns keine aktuellen Preise.“ Folge: Aufträge könnten nicht angenommen werden. Ab Oktober befürchtet er, dass Baustellen zum Erliegen kommen. Raphael Riesterer, Geschäftsführer von Steiger & Riesterer, teilt die Erfahrungen. Er befürchtet zudem, Kunden könnten sich gegen Holz und für mineralische Baumaterialien entscheiden.

Klettert der Preis für veredeltes Holz weiter, so die Befürchtung der Chefs der Holzbaubetriebe, müssen Unternehmen Kurzarbeit ins Auge fassen, um das Überleben ihres Betriebs zu sichern. Einigen drohe das Aus. Forstminister Hauk kennt die Situation am Holzmarkt und macht die große Nachfrage in den USA und China dafür verantwortlich. Allerdings könne die Politik nicht in den Markt eingreifen und für Holz Sondermaßnahmen ergreifen – auch andere Baumaterialien hätten sich verteuert.

Ein wichtiger Baustein zur Beruhigung der Situation sei es, so Hauk, Holzveredlungsbetriebe in Baden-Württemberg zu fördern. Seinen Worten zufolge werde viel Holz aus Europa in den USA und China veredelt, weit weg von den hiesigen Holzbaubetrieben. Mit Blick auf den Preis für Rundholz, der sich nach Angaben Hauks seit 30 Jahren nicht verändert habe, forderte er ebenfalls Änderungen – bei den Waldbesitzern sei nichts von den Preissteigerungen angekommen. Für die weitere Zukunft geht Hauk von einer Beruhigung bei der Preisentwicklung bei Holz aus und stuft die Entwicklung am Holzmarkt als „nicht so schlecht“ ein. HBB-Präsident Rolf Rombach hingegen sieht harte Zeiten auf die Branche zukommen: „Unsere Situation ist ernüchternd. Hoffentlich ändert sich etwas bis zum Spätherbst!“

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