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Atomic Halle

Das neue Logistikzentrum von Atomic im österreichischen Altenmarkt (Fotos: Michael Liebert)

„Made in Austria“ sind nicht nur die dort hergestellten Skier, sondern auch das neue Logistikzentrum von Atomic. Statik, Ausführungsplanung, Produktion, Lieferung und Montage – alles wird komplett aus einer Hand von Rubner Holzbau erledigt.

Im Jahr 1955 gründete der damals 23-jährige Alois Rohrmoser das Unternehmen Atomic. Er gehörte zu der Berufsgruppe der Wagner – die eigentlich für Kutschenräder und Schlitten zuständig waren. Doch dieser Berufsstand hatte sich bereits früh auf die Ski-Herstellung spezialisiert, bevor in den 1940er-Jahren die industrielle Erzeugung der langen Holzlatten ihren Anfang nahm. Eine Konstante, die bis heute geblieben ist, ist das Holz, das auch in den Skiern steckt. Holz sorgt für Festigkeit und Stabilität. Nicht eine Holzsorte, sondern mehrere – Buche, Esche, Pappel und Karuba – werden in unterschiedlicher Weise kombiniert. Hinzu kommen moderne Materialien wie Karbon, Glasfasermatten, Titanal, Polyamid für Belag und Oberfläche sowie Stahl für die Kanten. Die Möglichkeiten sind Vielfältig, auf Know-how, die Zusammensetzung und die Verarbeitung kommt es an – bei Atomic wie bei Rubner Holzbau.

Holzträger Halle innen

Der Skihersteller hatte kürzlich massiv in moderne und digitale Produktionsanlagen sowie die umfangreiche Erweiterung des Logistikzentrums investiert

Erweiterung des Logistikzentrums

Heute werden in Altenmarkt neben Atomic-Ski auch die Skimarken Salomon, Armada und Volant hergestellt. Die Pongauer Gemeinde ist aufgrund der zentralen Lage für die wichtigsten Absatzmärkte im Alpenraum seit jeher eine essentielle Logistik-Drehscheibe für den finnischen Konzern Amer Sports. Dafür wurde kürzlich massiv in moderne und digitale Produktionsanlagen sowie die umfangreiche Erweiterung des Logistikzentrums investiert. Der Standort wurde dadurch deutlich aufgewertet, Atomic wird damit nicht „Made in China“ (Amer Sports gehört einem Konsortium unter der Leitung des chinesischen Sportartikelriesen Anta Sports) sondern bleibt ein in Österreich verwurzeltes Unternehmen mit Produkten „Made in Austria“.

„Made in Austria“ ist auch das neue Logistikzentrum von Atomic. Statik, Ausführungsplanung, Produktion, Lieferung und Montage – alles komplett aus einer Hand von Rubner Holzbau Ober-Grafendorf in bewährter Zusammenarbeit mit dem Generalunternehmen Granit aus Graz. Bereits ein Teil der Bestandsbauten war in Holzbauweise ausgeführt, an dieser Bauweise wollte Atomic festhalten, die nebst ökologischen eine Vielzahl von technischen Vorteilen bietet. Das liegt an den Eigenschaften des Werkstoffs, seiner Verarbeitbarkeit, seiner Optik und Haptik.

Halle innen mit Paletten

Die 33 Leimbinder mit einem Gewicht von bis zu 10 Tonnen für die Tragkonstruktion des Hallendaches sind mit einer Länge von bis zu 30,5 Meter ausgeführt

Hoher natürlicher Feuerwiderstand

Holz ist der einzig nachwachsende Rohstoff, der Energieaufwand bei Produktion und Verarbeitung ist deutlich geringer als bei Stahl oder Beton – bei vergleichbarer Leistungsfähigkeit, aber viel geringerem Eigengewicht. Dies erlaubt kältebrückenfreies Bauen über große Spannweiten mit Brettschichtholzträgern mit einer Länge von 50 Meter aus einem Stück. Die 33 Leimbinder mit einem Gewicht von bis zu 10 Tonnen für die Tragkonstruktion des Hallendaches sind mit einer Länge von bis zu 30,5 Meter ausgeführt und tragen die werkseitig vorproduzierten Dachelemente für die Gesamtdachfläche von 7000 Quadratmetern.

Das eingesetzte Brettschichtholz bietet zudem eine sehr gute Widerstandsfähigkeit in aggressiven Umgebungen und punktet bei unerwarteten Anforderungen. So bietet das Material einen sehr hohen natürlichen Feuerwiderstand. Die beim Brennvorgang an der Außenseite entstehende, verkohlte Schicht verlangsamt oder verhindert sogar einen tiefergreifenden Verbrennungsprozess des Trägers, sodass Holzkonstruktionen nie spontan versagen. Die Abbrandgeschwindigkeit und somit die Tragfähigkeitsdauer sind berechenbar. Und nicht zuletzt spielte auch die Klassifizierung des Baustandortes gemäß Erdbebenzone 1 eine Rolle bei der Entscheidung für eine Holzbauweise. Maßgebend für die Tragwerksdimensionierung sind die von einem Erdbeben hervorgerufenen Horizontalkräfte der bewegten Gebäudemasse. Das im Vergleich zur Massivbauweise niedrige Eigengewicht der Brettschichtholzkonstruktion wirkt sich hier sehr vorteilhaft aus.

Halle innen mit Produktionsanlagen

Das eingesetzte Brettschichtholz bietet einen sehr hohen natürlichen Feuerwiderstand

Steckbrief:

Fertigstellung: 2020
Bauherr: Atomic Austria, Altenmarkt (AT)
Auftraggeber: Bauunternehmung Granit, Graz (AT)
Generalunternehmer: Bauunternehmung Granit, Graz (AT)
Architekt: Dr.Shebl & Partner, Linz (AT)
Brettschichtholz: 262 Kubikmeter in Fichte
Holzbau: Rubner Holzbau

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