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5 Herren im Anzug vor Leinwand

Brachen in Berlin eine Lanze für den Baustoff Holz (v.l.): Dr. Denny Ohnesorge, Karsten Wessel, Manfred Senff, Thomas Rintsch, Christoph Deimel und Andreas Lerge (Fotos: Michi Reinhardt)

Ganze Stadtviertel können heute im mehrgeschossigen Holzbau entstehen, so die Quintessenz der Podiumsdiskussion „Holz gegen Wohnungsnot“, zu der das Holzbaunetzwerk Berlin und der Landesbeirat Holz Berlin/Brandenburg Mitte Februar auf die Bautec Berlin geladen hatte.

Gegen die anhaltende Wohnungsknappheit in den Ballungszentren ist die Verdichtung und Aufstockung von Bestandsgebäuden in Holzbauweise längst etabliert. Schulen und Kitas haben als konstruktive Holzbauten für die Stadtentwicklung Berlins bereits eine hohe Bedeutung.  Aber ist das Bauen mit Holz auch im großstädtischen Maßstab möglich?
Neue Stadtviertel wie das Schumacher Quartier, das auf dem bald schließenden Flughafen Tegel errichtet werden soll, können im großmaßstäblichen Holzbau realisiert werden – so das Podium. Dabei geht es um 5000 Wohnungen für etwa 10 000 Menschen. Der Holzbau sei für den seriellen Wohnungsbau bestens geeignet, die Vorfertigung in komplett ausgebauten Raummodulen bewährt. Allerdings bräuchten die regionalen Holzbau-Unternehmen auch die Partnerschaft der Bauindustrie, um im Netzwerk gemeinsam zu wachsen.

 Kurze Bauzeiten und Nachhaltigkeit

Die Vorteile des seriell vorgefertigten Holzmodulbaus sieht Manfred Senff, Leiter Vertrieb purelivin Deutschland, in kurzen Bauzeiten, Nachhaltigkeit und hoher Energieeffizienz, er sei emissionsarm und biete ein gesundes Raumklima. Karsten Wessel, Projektleiter Städtebau & Erschließung Tegel Projekt GmbH hob das Schumacher Quartier als Modellprojekt für ein klimaneutrales Stadtquartier hervor, wobei der verantwortungsbewusste Umgang mit Rohstoffen und Energie im Holzbau sicherlich einen Partner findet. Thomas Rintsch, der Geschäftsführer von Arche Naturhaus, vertrat die Interessen des handwerklich mittelständischen Zimmerers und Holzbauers, der seine Branche gut gerüstet sieht für die moderne vernetzte Planung und Ausführung auch großer Gebäudekomplexe. Christoph Deimel wies als Architekt auf dem Podium auf das besondere Ambiente und die Modernität von Holzgebäuden im großen Maßstab hin.

Diskussion mit mehreren Herren um runden Tisch

Diskussion bei der Bautec Berlin (v.l.): Dr. Denny Ohnesorge, Karsten Wessel, Manfred Senff, Thomas Rintsch, Christoph Deimel und Andreas Lerge

Nach anregender Diskussion in der von Baufachleuten gut besuchten Veranstaltung schlossen Andreas Lerge vom Holzbaunetzwerk Berlin (Geschäftsführer von Wood Real Estate) und Dr. Denny Ohnesorge vom Landesbeirat Holz Berlin/Brandenburg mit der Einsicht ab: Es kann viel mehr – und viel größer – mit Holz gebaut werden.