Werbung
 
Werbung

Rund 90 Teilnehmer nahmen an der Impulsveranstaltung von Brüninghoff teil (Foto: Brüninghoff)

„Bauwirtschaft im Wandel – Wie ressourceneffizient planen wir Gebäude für das Bauen von morgen?“ – das war das Thema der achten Impulsveranstaltung von Brüninghoff vor rund 90 Teilnehmern. Anfang Juni hatte das Unternehmen nach Essen auf Zeche Zollverein eingeladen. Vorträge verschiedener Referenten beleuchteten aktuelle Herausforderungen und zukünftige Veränderungen der Baubranche und zeigten Lösungsansätze auf. Architektin Anja Rosen, Lehrbeauftragte an der Bergischen Universität Wuppertal, stellte das Projekt „Rathaus Korbach“ vor. Hier soll modellhaft gezeigt werden, wie beim Teilneubau des Gebäudes Materialien aus dem Abbruch des alten Bestands genutzt werden können. Ressourcenschonend werden diese in den Neubau integriert. Dabei müssen bereits vor dem Abbruch Proben entnommen werden, um die Eignung der Bausubstanz zu prüfen und so auf das Recyclingpotential zu schließen.

Nachhaltigkeit und modernes Design im Einklang

Jan Andreas Reeg, Gründer und Geschäftsführer von rundzwei Architekten BDA, zeigte anhand des Korkenzieherhauses in Berlin auf, wie sich Nachhaltigkeit und modernes Design in Einklang bringen lassen. Bei der Planung mussten gleich mehrere Herausforderungen gelöst werden. So war baurechtlich nur ein Vollgeschoss auf dem Grundstück erlaubt, das jedoch für die Bauherrin nicht ausreichend war. Daher legten die Architekten einen Teil des Wohnhauses quasi unter die Erde. Sie ordneten mehrere Teilebenen spiralförmig um das Treppenhaus an und sorgten auf diese Weise für die geforderte Wohnfläche. Zudem sollte ein nachhaltiger, umweltschonender Bau mit gesundem Wohnklima realisiert werden. Für den Sockel, auf dem sich das Untergeschoss befindet, wurde Stampfbeton eingesetzt. Darauf aufbauend steht eine reine Holzkonstruktion. Ihre Wände sind mit Holzfasern und Cellulose gedämmt.

Die Referenten der achten Impulsveranstaltung von Brüninghoff (v.l.n.r.): Jan Andreas Reeg, Harry Gatterer sowie Anja Rosen mit Brüninghoff-Geschäftsführer Frank Steffens (Foto: Brüninghoff)

Bauen wird sich auch zukünftig neuen Rahmenbedingungen und Anforderungen stellen müssen, sodass die Branche einem permanenten Wandel unterworfen ist. Einblicke in die zu erwartenden Bedürfnisse einer post-digitalen Gesellschaft gab Trendforscher Harry Gatterer. Längst hat das digitale Leben den Desktop-Computer hinter sich gelassen – Bildschirme in jeglicher Form sind omnipräsent. Digitale und analoge Realität verschmelzen zunehmend. Künstliche Intelligenz hat jedoch auch ihre Grenzen, wie Gatterer in seinem Vortrag anhand von Bildern visualisierte. Während eine starke Konzentration auf neue Technologien stattfindet, steht die älter werdende Gesellschaft im Schatten und wird unterschätzt. Unter dem Begriff „Pro-Aging“ warf Gatterer in seinem Vortrag einen positiven Blick auf das Alter und zeigte auf, dass Menschen in der zweiten Lebenshälfte eine andere Sicht auf Leistung, Wachstum und Innovation haben. Die Kombination aus Erfahrungsschatz und Gelassenheit bietet ein enormes Potential.

Verwandte Beiträge