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Volle Zuhörerhalle

Mehr als 100 Gäste diskutierten beim 9. Fischer Expertenforum über die Zukunft der Befestigungstechnik (Fotos: Fischer)

Anlaufpunkt der Bau- und Befestigungsbranche war vom 23. bis 24 Januar 2020 das 9. Fischer Expertenforum. Mehr als 100 Gäste aus Forschung, Prüfung, Industrie und Ingenieurbüros sowie von Behörden und ausführenden Betrieben tauschten sich am Hauptsitz der Unternehmensgruppe Fischer in Tumlingen über Branchentrends aus.

Namhafte Referenten zeigten neueste Erkenntnisse der Forschung und praxisnahen Anwendung auf. Themenschwerpunkte lagen auf BIM (Building Information Modeling), aktuellen Vorschriften und Bemessungen von Befestigungen, Verankerungen unter extremen Bedingungen sowie der gesetzeskonformen Anwendung von Dübeln in chemisch beanspruchten Sonderbereichen.

Austausch auf hohem Niveau

Zum Auftakt des 9. Fischer Expertenforums begrüßte Marc-Sven Mengis, Vorsitzender der Geschäftsführung der Unternehmensgruppe Fischer, auch im Namen des Inhabers Prof. Klaus Fischer, die Gäste: „Dank Ihnen ist ein Austausch auf hohem inhaltlichem Niveau gewährleistet, was die Attraktivität des Fischer Expertenforums in besonderem Maße ausmacht.“ Bereits vor 16 Jahren war dies der wesentliche Grund, die Veranstaltung ins Leben zu rufen, die jetzt bereits in ihrer neunten Auflage stattfand. Als Institution des Expertenforums moderierte Prof. Konrad Bergmeister (Universität für Bodenkultur in Wien) durch die Veranstaltung.

Prof. Jörg Reymendt (Mitinhaber des Ingenieurbüros ISG GmbH sowie des IPQ-Instituts für Prüfung und Qualitätssicherung GmbH) zeigte als renommierter Sachverständiger auf diesem Gebiet die Anforderungen an Verankerungen in WHG-Flächen auf, die das Eindringen von Gefahrenstoffen in den Untergrund gemäß Wasserhaushaltsgesetz verhindern sollen. Dr. Christian Schlenk, Leiter der Abteilung Entwicklung Chemie bei fischer, betonte anschließend die Beständigkeit von Befestigungssystemen mit dem Fischer Injektionsmörtel FIS EM Plus gegenüber wassergefährdenden Flüssigkeiten sowie deren Dichtheit und Standsicherheit während und nach der Beaufschlagung. Dr. Thilo Pregartner, Leiter der Abteilung Technologietransfer und Zulassungen der Unternehmensgruppe Fischer, zeigte auf, welche wesentlichen Änderungen sich durch die EN 1992-4 im Bemessungsverfahren für Befestigungen in Beton ergeben und legte dabei einen Schwerpunkt auf die Dauerhaftigkeit von Verbunddübeln.

Podiumsrunde in großer Halle

Im Podiumsgespräch diskutierten Branchengrößen zum Thema „Dübelbemessung: Aufwendig ausgereizt oder pragmatisch schnell?“

Bemessungsmethoden von Dübelgruppen

Jochen Burbach, Leiter Fassade im Bereich Industrie/OEM, verdeutlichte, welche Kriterien für energetisch optimierte Fassadenunterkonstruktionen in punkto Statik, Architektur, Bekleidung und Normung maßgeblich sind und wie sich der Wärmeschutz der Gebäudehülle erwirken und ermitteln lasse. Eine realitätsnahe, innovative Bemessungsmethode von Dübelgruppen in Beton präsentierte Boglárka Bokor (Universität Stuttgart) mit ihrem aktuellen Forschungsschwerpunkt: einem nichtlinearen Federmodell. Dessen Vorteile gegenüber anderen Verfahren akzentuierte auch Dr. Pregartner. Diese lägen in dem erweiterten Anwendungsbereich des CC-Verfahrens hinsichtlich Ankeranordnungen und Geometrien der Ankerplatte, der Berücksichtigung der Ankerplattensteifigkeit, der Bemessung des gesamten Fußpunktes, der höheren Sicherheit in der Bemessung, der exakteren Verformungsberechnung und der Zeitersparnis für Ingenieure.

Dr. Selim-Tugra Demir, bei Fischer Consulting verantwortlich für Beratung im Lean Design und in der Lean Construction, zeigte auf, wie die Digitalisierung und die damit verbundenen disruptiven Technologien die Art und Weise des Bauens nachhaltig verändern werden. Keynote-Speaker Prof. Oliver Riedel betrachtete, wie die Digitalisierung branchenübergreifend die Arbeitswelt verändert. Der Experte leitet das Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation. An der Universität Stuttgart ist er zusätzlich Leiter des Instituts für Steuerungstechnik der Werkzeugmaschinen und Fertigungseinrichtungen sowie Inhaber des Lehrstuhls Produktionstechnische Informationstechnologien. In seinem interaktiven Vortrag forderte er die Gäste auf, per Smartphone bei Live-Umfragen zum Thema „Arbeitswelt 4.0“ teilzunehmen. So ließ er deren Erfahrungen mit KI (Künstlicher Intelligenz) und vielem mehr in seine Ausführungen einfließen.

BIM für alle Bau-Lebensphasen

Nach einer Begrüßung von Michael Geiszbühl, Geschäftsführer Vertrieb und Marketing bei Fischer, am Morgen des zweiten Tages eröffnete Prof. Jan Hofmann von der Universität Stuttgart mit dem Thema „Erdbeben in Bezug auf Verankerungen und deren baurechtliche Berücksichtigung“. Eindrucksvoll leitete er mit beispielhaften Vorkommen von Erdbeben in das Thema ein, klärte über die rechtlichen Rahmenbedingungen auf und verdeutlichte, welche Anforderungen Dübel unter seismischer Belastung erfüllen müssen. Einen weiteren Schwerpunkt bildete das Thema BIM (Building Information Modeling). So referierte Dr. Matthias Jacob, Geschäftsführer der Implenia Hochbau GmbH, zur Digitalisierung der Bauindustrie. Er beschrieb, wie BIM als Gebäudedatenmodell in sämtlichen Bau- und Lebensphasen des Gebäudes genutzt werden kann und zeigte aktuelle Hemmnisse in der Bauwirtschaft auf. Anschließend präsentierte Emil Kral, Technischer Manager bei der Unternehmensgruppe Fischer, welche BIM-Strategiedas Unternehmen verfolgt und welche Services und digitalen Zwillinge von Produkten Fischer bereits bietet.

Im anschließenden Podiumsgespräch diskutierten Branchengrößen zum Thema „Dübelbemessung: Aufwendig ausgereizt oder pragmatisch schnell?“ Mit dabei waren Prof. Hofmann (Universität Stuttgart), Dr. Markus Wetzel (ehemaliger Präsident Bundesvereinigung der Prüfingenieure für Bautechnik), Dipl.-Ing. Andreas Reinhardt (Systea Pohl GmbH) und Dipl.-Ing. Erik Vogler (PUK Group GmbH und Co. KG). In seiner Abschlussrede resümierte Florian Birkenmayer, Sprecher der Geschäftsführung Befestigungssysteme bei der Unternehmensgruppe Fischer: „Gemeinsam ist es uns gelungen, zahlreiche Fachthemen und Trends zu präsentieren und zu diskutieren – und damit die Zukunft weiter zu gestalten.“