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Profitieren Holzhandel und holz- und papierverarbeitende Betriebe von einer gegenseitigen Anerkennung von PEFC und FSC? Oder ist es von Vorteil, dass es zwei Systeme gibt? In einer intensiv geführten Diskussionsrunde brachten sich als Vertreter der Papierbranche Mathias Reich, Regional Manager International Paper (l.), für den Holzhandel Dr. Katharina Gamillscheg, stellv. Geschäftsführerin Gesamtverband Deutscher Holzhandel (2.v.l.), für den Bereich der energetischen Nutzung Carsten Huljus, CEO Sustainable Biomass Program (3.v.r.), für die Sägeindustrie Thomas Kayser, Verkaufsleiter HOLZ-JOKI (2.v.r.) sowie für die Holzwerkstoffindustrie Alexander Kolb, Geschäftsführer Nolte Holzwerkstoff (r.) unter der Moderation von Dr. Stefan Rösler (oecoach, 3.v.l.) ein (Foto: PEFC Deutschland)

Ob die gegenseitige Anerkennung von FSC und PEFC sinnvoll, praktikabel und wünschenswert ist, diskutierten 150 Wald-, Holz- und Nachhaltigkeitsfachleute im Zweiten Forum Zertifizierung von PEFC Deutschland am 4. Juli 2018 in Heidelberg.

PEFC (Programme for the Endorsement of Forest Certification schemes) und FSC (Forest Stewardship Council) stellen mit dem Instrument der Wald­zertifizierung in vielen Teilen der Welt eine nachhaltige bzw. verantwortungsvolle Waldbewirtschaftung sicher. Waldbesitzer, Holz- und Papierindustrie, Handel oder Verbraucherorganisationen betonen stetig die Vor-, aber auch die Nachteile, die die Existenz zweier Systeme mit dem gleichen Ziel mit sich bringt.

Ein Ziel – zwei Systeme – welche Wirkung? Michael Berger, stellvertretender Geschäftsführer des PEFC Councils International (l.), und Dr. Uwe Sayer, Geschäftsführer von FSC Deutschland (r.), eröffneten die Diskussion unter der Moderation von Dr. Stefan Rösler (oecoach, m.) (Foto: PEFC Deutschland)

Dr. Michael Berger, stellvertretender Geschäftsführer des PEFC Councils International, und Dr. Uwe Sayer, Geschäftsführer von FSC Deutschland, eröffneten den direkten Dialog der Zertifizierungsorganisationen. Sie erörterten die Frage: „Ein Ziel – zwei Systeme – welche Wirkung?“ Sayer stellte die Grundanliegen als „sehr vergleichbar“ dar, sah jedoch im Antrieb und den Motiven grundsätzliche Unterschiede, was sich bereits bei der Gründung der Systeme offenbart habe: Die Agenda von FSC werde insbesondere von den NGOs vorgegeben. Berger benannte die Mission, die Wälder nachhaltig zu bewirtschaften, als Gemein­sam­keit. Der gewünschte Effekt stelle sich aber nur mit der überzeugten Mitwirkung der Waldeigentümer ein.

Die Wirkung – und zugleich den eigenen Erfolg – am Zuwachs der zertifizierten Fläche und am Zugewinn von Marktanteilen zu messen, stehe, so Sayer, nicht auf der strategischen Agenda von FSC. Es gehe FSC vielmehr darum, Themen, Inhalte und Standards in die gute fachliche Praxis zu überführen und als ideelles Erbe zu hinterlassen. Berger betonte die Wichtigkeit, auch möglichst viele kleine Waldbesitzer über einen entsprechenden Regionenansatz und ein akzeptables Kostenmodell zur Zertifizierung zu bewegen.