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Jubiläum 50 Jahre Fermacell

Im Mai 1981 liefen hier die ersten großformatigen Platten aus der damals noch handbedienten Flächenpresse. Heute ist das Fermacell Werk in Münchehof hochgradig automatisiert (Foto: James Hardie Europe)

Ein Baustoff macht Karriere: Im Jahr 1971 lief die erste Fermacell Gipsfaser-Platte vom Band. Die heute zur James Hardie Europe GmbH gehörende Marke ist mittlerweile eine bekannte Baustoffmarke und feiert nun 50-jähriges Bestehen.

Im Mai 1971 lief im ersten Fermacell Werk in Salzgitter-Heerte eine besonders stabile Gipsbauplatte vom Band: Lange bevor baubiologische Themen in den allgemeinen Fokus rückten, wurde diese Platte allein auf der Basis ökologischer Rohstoffe – recycelte Papierfasern, Gips und Wasser – und ohne jegliche Leimzusätze hergestellt und nahm damit schon früh einen neuen Trend vorweg. Aber nicht nur die umweltverträgliche Fertigung war das Neue an der Platte: Das spezielle Herstellungsverfahren und die homogene Mischung der natürlichen Rohstoffe machen die Gipsfaser-Platten gleichzeitig stabil und widerstandsfähig gegen mechanische Belastungen. Diese Platten waren nicht brennbar, unempfindlich gegen Feuchtigkeit, nagel- sowie klammerbar und deutlich härter und belastbarer, als die bis dahin im Markt bekannten Gipsbauplatten. Sie sorgten zudem für ein gutes Raumklima.

Auch im Vergleich zu Holzwerkstoffplatten entpuppten sie sich als eine ernstzunehmende Alternative. Denn aufgrund ihrer hohen Stabilität können Fermacell Gipsfaser-Platten ebenso wie Holzwerkstoffplatten sowohl tragend als auch aussteifend verwendet und zur Beplankung und Bekleidung von Bauteilen eingesetzt werden (Nutzungsklasse 1 und 2 gemäß DIN EN 1995-1, s. DIN EN 1995-1-1:2010-10-Eurocode 5, Bemessung und Konstruktion von Holzbauten; Teil 1-1, Allgemeines). Bereits einlagige Konstruktionen schneiden in den Disziplinen: Schallschutz, Wohngesundheit, Feuerwiderstand und Statik mindestens gleichwertig, in den meisten Fällen sogar deutlich besser ab als Konstruktionen mit zweilagiger Beplankung aus Holzwerkstoffplatten und Gipskarton. Auch die Befestigung schwerer Lasten ist unproblematisch: So trägt bereits eine 12,5 mm dicke Fermacell Platte Konsollasten von bis zu 50 kg (0,5 kN) pro Befestigungspunkt.

Schnell wachsende Nachfrage

Die Markteinführung der neuartigen Platten wurde bald zum Erfolg. In Münchehof im Landkreis Goslar wurde ein neues Werk gebaut. Ziemlich genau 10 Jahre nachdem die erste Gipsfaser-Platte überhaupt auf den Markt gebracht wurde, liefen hier 1981 die ersten großformatigen Platten aus der damals noch handbedienten Flächenpresse. 1992 ging eine zweite Fertigungslinie in Produktion. Heute ist das Fermacell Werk in Münchehof der größte Produktionsstandort und hochgradig automatisiert. Diese Gipsfaser-Platten werden außerdem in einem Werk in Baden-Württemberg sowie im niederländischen Wijchen fabriziert, das 1993 mit der Produktion startet. 2013 wurde zusätzlich eine neue Fertigungsstätte in Orejo, nahe der kantabrischen Hauptstadt Santander im Norden Spaniens, in Betrieb genommen. Von hier aus werden in erster Linie Trockenbaumärkte Frankreich und Großbritannien sowie die skandinavischen Traditionsländer des Holzbaus beliefert.

In den zurückliegenden 50 Jahren hat Fermacell spannende und innovative Produkte entwickelt, die im Markt überaus erfolgreich sind. Würdigung dieser Leistung: Bereits dreimal in Folge wurde die Marke im Rahmen einer Studie, die das Institut für Managements- und Wirtschaftsforschung (IMWF) im Auftrag von Focus Money durchgeführt hat, als eine von Deutschlands besten Baustoffmarken ausgezeichnet.

2019 erfolgte die Integration der Marke in die James Hardie Europe GmbH. Die Faserzementlösungen des Herstellers von Baustoffen sind die Ergänzung zum bewährten Produkt-Portfolio. Nunmehr können durch die Kombination von Fermacell Gipsfaser-Platten mit Hardie Plank und Hardie Panel Fassadenplatten ganze Wandsysteme für den hochwertigen Trocken- und Holzbau angeboten werden.

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