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Saal mit Zuhörern

Mehr als 50 Architekten, Fachplaner und Verarbeiter besuchten das Lehmklima-Symposium in der Handwerkskammer Frankfurt (Fotos: Argilla Therm)

Das Bauen mit Lehmbaustoffen hat angesichts der aktuellen Klimadiskussion eine besondere Bedeutung gewonnen. Seine bauphysikalischen und raumklimatischen Eigenschaften machen das uralte Baumaterial Lehm gleichzeitig zu einem der modernsten Baustoffe.

Diese zwei entscheidenden Aspekte zogen sich wie ein roter Faden durch alle fünf Beiträge des ersten Lehmklima-Symposiums am 24. Oktober 2019. Mehr als 50 Architekten, Fachplaner und Verarbeiter besuchten das Lehmklima-Symposium in der Handwerkskammer Frankfurt. Das Themenspektrum umfasste sämtliche Aspekte modernen Bauens mit Lehm, von der Wohngesundheit über Bauphysik bis zur Gebäudetechnik. Highlight der Veranstaltung war das innovative Lehmklima-System von ArgillaTherm. Das multifunktionale, patentierte System mit Hochleistungs-Lehmmodulen ist als Deckenkühlung, Deckenheizung und Wandheizung hochinteressant. Es erfüllt bis zu fünf Funktionen auf nur einer Fläche: Heizen, Kühlen, Feuchteregulierung und Luftreinigung sowie angenehme Akustik. Dazu sind wassergeführte und elektrische Varianten verfügbar.

Bautechnische Vorzüge und Gestaltungsvielfalt

Professor Christof Ziegert, Vorstandsmitglied im Dachverband Lehm e.V., erläuterte die Vorteile der Lehmbauweise für Alt- und Neubau. Insbesondere die positive Auswirkung auf das Raumklima und die bautechnischen Vorzüge. Lehm ist schadstofffrei und in hohem Maße in der Lage, Luftschadstoffe und Gerüche zu binden. Auch Feuchteschwankungen werden ausgeglichen.

Drrei Männer stehen um Exponat herum

Bauphysiker Meinhard Stalder (r.) von Argilla Therm im Gespräch mit interessierten Teilnehmern des Lehmklima-Symposiums

Ulrich Röhlen von Claytec demonstrierte die gestalterische Vielfalt und Leistungsfähigkeit von Lehmputzen und Lehmoberflächen. Er zeigte unter anderem die Möglichkeiten von Lehmfeinputz mit einer Farbpalette von 146 Tönen und unterschiedlichen Oberflächentechniken. Zudem erklärte er die Einsatzmöglichkeiten von Lehm im Trockenbau, z.B. von Lehmbauplatten als wohngesunde Alternative zu herkömmlichen Gipskartonplatten. Physiker Meinhard Stalder erklärte zunächst die Wirkungsweise und Effizienz von Flächenheizungen und ging dabei auf die Eigenschaften unterschiedlicher Systeme wie Fußboden-, Wand-, und Deckenheizung ein. Er betonte besonders die raumklimatischen Vorteile von Deckensystemen, deren Konvektionsanteil nachweislich gegen Null geht. Somit werden ungesunde Staubverwirbelungen vermieden.

Schadstoff- und Geruchsbindung

Mit einer Innovation wartete Axel Lange von Argilla Therm auf. Das niedersächsische Unternehmen entwickelt und produziert modulare Lehmklima-Systeme zum Heizen und Kühlen von Gebäuden. Hochleistungs-Lehmmodule bilden das Herzstück und sind aufgrund der Zusammensetzung aus überwiegend dreischichtigen Tonmineralien verantwortlich für die Sorptionsfähigkeit des Systems. Das wurde von der Materialforschungs- und –prüfanstalt (MFPA) an der Bauhaus-Universität Weimar gemessen und zertifiziert. Durch den Feuchtigkeitsumschlag werden auch die bekannten positiven Eigenschaften vom Lehm wie z.B. Schadstoff- und Geruchsbindung vervielfältigt. Das ist insbesondere bei Kühlsystemen ein entscheidender Vorteil, denn „selbst wenn Kondenswasser entsteht, wird es durch die Lehmmodule sofort aufgesaugt, zwischengespeichert und bei abfallender Luftfeuchte wieder in den Raum abgegeben“, erläuterte Lange.

Aufgrund des sehr positiven Feedbacks der Teilnehmer ist eine zweite Auflage des Lehmklima-Symposiums bereits in Planung. Weitere Informationen gibt es auf www.argillatherm.de.

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