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Handwerker auf einer Leiter am Fensterrohbau

Bei der Anwendung von Leitern und Steighilfen sollte Sicherheit immer oberstes Gebot sein (Foto: Zarges)

Leitern gehören zu den unfallträchtigsten Arbeitsmitteln. Um Unglücke zu vermeiden, hat der zuständige Ausschuss im Bundesministerium für Arbeit und Soziales den Teil 2 der Technischen Regeln für Betriebssicherheit (TRBS) 2121 überarbeitet. Ein Überblick.

Diese neue Fassung wurde am 21. Dezember 2018 im Ministerialblatt veröffentlicht. Demnach sind Arbeitgeber grundsätzlich dazu verpflichtet, die Sicherheit ihrer Mitarbeiter zu gewährleisten und Gefährdungsbeurteilungen durchzuführen. Dabei gilt: Eine TRBS ist keine Rechtsvorschrift, sondern sie macht Vorschläge, wie der Unternehmer die Anforderungen der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) erfüllen kann. Die Anwendung einer TRBS erfolgt also immer freiwillig, der Schutz der Mitarbeiter ist hingegen verpflichtend. Hier die wesentlichen Punkte der aktualisierten Fassung im Überblick:

Auswahl des passenden Arbeitsmittels

Prüfen Sie vor Verwendung einer Leiter, ob für die geplante Tätigkeit kein sichereres Arbeitsmittel (z. B. Gerüste oder Hubarbeitsbühnen) verwendet werden kann. Beachten Sie dabei ebenfalls, die passenden Leiterntypen zu berücksichtigen (z.B. Plattformleitern).

Höhenunterschied nicht mehr als fünf Meter

Nur wenn der Höhenunterschied nicht mehr als fünf Meter beträgt, dürfen Leitern benutzt werden. Eine Ausnahme ist nur möglich, wenn der Zugang zur Arbeitsort sehr selten erfolgt.

Keine Sprossenleitern

Sprossenleitern sind als hochgelegener Arbeitsplatz nicht mehr zu verwenden, da ein sicherer Stand (mit beiden Füßen auf einer Stufe/Plattform) vorgeschrieben ist. Ausnahmen dürfen nur in seltenen Fällen (wie beispielsweise bei Arbeiten in engen Schächten) erteilt und müssen schriftlich in der Gefährdungsbeurteilung dokumentiert werden.

Dauerhafte Arbeiten nur bis zwei Meter Höhe

Dauerhafte Arbeiten auf einer Leiterstufe oder einer Plattform ist nur bei bis zu zwei Metern Arbeitshöhe möglich. Bei einer Höhe von zwei bis fünf Metern dürfen die Arbeiten nicht länger als zwei Stunden pro Arbeitsschicht überschreiten. Arbeiten über fünf Metern von Leitern aus sind nicht zulässig.

Fachkundige Prüfung vor Verwendung

Vor jeder Verwendung sollte eine fachkundige Prüfung durch Inaugenscheinnahme auf offensichtliche Mängel erfolgen. In speziellen Lehrgängen werden die entsprechenden Kenntnisse vermittelt. Bei Leitern mit besonderen mechanischen Belastungen, wie beispielsweise auf Baustellen, ist eine zusätzliche regelmäßige Prüfung notwendig. Alle Leiternprüfungen sind schriftlich festzuhalten. Bei sicherheitsrelevanten Mängeln ist die weitere Verwendung untersagt.

„Bei der Anwendung von Leitern und Steighilfen sollte Sicherheit immer oberstes Gebot sein“, erklärt Simone Harrer, Produktmanagerin bei Zarges. „Deshalb empfehlen wir Anwendern und Unternehmen, Leitern ausschließlich nach einer vorherigen Gefährdungsbeurteilung einzusetzen.“ Das Leichtmetallbau-Unternehmen aus Weilheim bietet Seminare und Lehrgänge an, mit denen Anwender die relevanten Gesetze und Verordnungen erfüllen können.

Viele weitere Informationen zu diesem Thema können Sie im mikadoplus 04.2019 nachlesen.

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