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Holzbrücke über Fluss

Die Stuttgarter Holzbrücke Birkelspitze in Weinstadt (Fotos: Schaffitzel Holzindustrie)

Die von Schaffitzel Holzindustrie erstellten, montierten und mitentwickelten Stuttgarter Holzbrücken in Urbach und Weinstadt wurden mit dem Staatspreis Baukultur Baden-Württemberg 2020 ausgezeichnet.

Am 30. März 2020 verlieh die Ministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut die Staatspreise Baukultur Baden-Württemberg. Anstatt der ursprünglich geplanten Verleihung in einem feierlichen Rahmen fand die Bekanntgabe der Preise und Anerkennungen mittels eines eigens produzierten Videos mit zahlreichen Laudatoren statt. Mit dem Staatspreis Baukultur Baden-Württemberg zeichnet das Land besonders innovative, beispielhafte und übertragbare Lösungen für die planerischen und baulichen Herausforderungen in den Städten und Gemeinden des Landes aus.

Baukultur und Ingenieurskunst

Von den insgesamt 133 Projekteinreichungen wurden 24 Projekte in 8 Kategorien für den Staatspreis nominiert. Darunter auch die Stuttgarter Holzbrücken in Urbach und Weinstadt, die Ende März 2020 mit dem Staatspreis Baukultur Baden-Württemberg 2020, in der Kategorie Infrastruktur-/ Ingenieurbau, für beispielgebende Bau- und Planungsleistungen ausgezeichnet wurden. Reiner Nagel, Vorstandsvorsitzender der Bundesstiftung Baukultur und Mitglied der Staatspreis-Jury, betonte in seiner Laudatio, dass es ein Glücksgriff für die Baukultur in Baden-Württemberg ist, wenn heimisches Holz auf heimische Ingenieurbaukunst trifft.

Brücke mit Radfahrer

Die preisgekrönte Holzbrücke in Urbach

Die Jury ist sich einig, dass die „Stuttgarter Holzbrücke“ nicht nur eine nachhaltige und die Möglichkeiten des modernen Holzbaus nutzende neue technische Lösung ermöglicht, sondern dem Holzbrückenbau auch die Entwicklung einer eigenständigen modernen Gestaltungssprache eröffnet. „Die Stuttgarter Holzbrücken in Weinstadt sind zum einen als ästhetischer Blickfang bemerkenswert; zum anderen machen sie die Bedeutung von Innovationen für einen nachhaltigen Ingenieurbau deutlich.“ Mit diesen Worten würdigte die Ministerin die „Stuttgarter Holzbrücke“ und gratulierte allen Projektbeteiligten.

Gefördertes Forschungsprojekt

Die Brücke „Urbacher Mitte“ in Urbach und die zwei Brücken „Birkelspitze“ und „Häckermühle“ in Weinstadt wurden vom Ingenieurbüro Knippers Helbig in Zusammenarbeit mit Cheret Bozic Architekten basierend auf dem Konzept der „Stuttgarter Holzbrücke“ geplant. Die Entwicklung der Stuttgarter Holzbrücke stützt auf ein EFRE-Forschungsprojekt, welches durch die Europäische Union, das Land Baden-Württemberg sowie proHolz BW gefördert wurde. Beteiligte Partner des Forschungsprojektes waren: Materialprüfungsanstalt Universität Stuttgart (MPA), Cheret Bozic Architekten, Ingenieurbüro Knippers Helbig und Schaffitzel Holzindustrie. Weiter nahm das Ingenieurbüro Miebach im Auftrag von Schaffitzel Holzindustrie an Projektbesprechungen teil und ließ deren Erfahrungswerte miteinfließen.

Integriertes Monitoringsystem

Die Stuttgarter Holzbrücke ist eine Fußgänger- und Radwegbrücke mit blockverklebtem Haupttragwerk aus Fichten-Brettschichtholz als getreppter Querschnitt. Eine Besonderheit ist dabei der sogenannte integrale Stoß, das heißt die Widerlager sind durch Betonrippenstähle integral und fugenlos angeschlossen – anders gesagt, dadurch kommen Holzbrücken ohne Dehnfugen am Übergang zu den Widerlagen aus und weisen eine höhere Lebensdauer auf. Weitere Highlights sind das integrierte Monitoringsystem, mit Hilfe dessen sich Feuchteveränderungen an der Brücke frühzeitig erkennen lassen, sowie der innovative Brückenbelag aus karbonbewehrten Betonplatten, sogenannte Textilbetonplatten. Das Konzept der Stuttgarter Holzbrücke wurde bereits mit dem Deutschen Holzbaupreis 2017, in der Kategorie Komponenten/Konzepte, ausgezeichnet.

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